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Mittwoch, 20. Februar 2013

Yakitori-ya [焼き鳥屋]

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie in einem Yakitori-ya war, obwohl es diese Läden zu Hauf gibt. Asche auf meine Tomaten! Besonders in Bezirken, in die man geht um Spaß zu haben, ist Yakitori beliebt. Wenn man also nach der Arbeit noch ein Gläschen Bier trinken möchte, dann geht man oft zum Yakitori-ya und isst ein, zwei Yakitori als Snack dazu.



Viele Yakitori-ya werben für sich, in dem sie große rote Lampions [akachouchin - 赤提灯] vor ihrem Geschäft hängen haben.

Auf dem Lampion steht Yakitori und auf den Fahnen steht z.B., dass ein Spieß mit Hühnerleber 100 Yen kostet.

Diese Lampions findet man auch vor anderen Ess-Trink-Etablissments. Ich denke, im Deutschen nennen wir das Kneipe, aber für uns ist dieses ja Wort negativ belastet ... eine Bar ist es aber auch nicht wirklich. Es ist eben ein kleiner Laden, wo man Alkohol trinken und essen kann, das jedoch bei angenehmer (und rauchfreier!) Atmosphäre. Das Wort akachouchin hat sich auch für diese Läden durchgesetzt.

Auf diesem Lampion steht Takoyaki.
Das leckere Aroma von gegrillten Hühnchen kommt einem entgegen, wenn man an Yakitori-ya vorbeiläuft.



Abends, nach der Arbeit, füllen sich Yakitori-ya mit Angestellten [salaryman - サラリーマン], die für einen Drink, einen Snack und ein kurzes Gespräch vorbeikommen.

Freitag, 15. Februar 2013

Kamakura [かまくら] und Inukko [犬っこまつり]

Heute beginnt das kamakura Fest inYokoté-shi, Akita. Es dauert bis zum 17. Februar.


Ein kamakura ist eine Art Iglu und wird gemacht, indem man Schnee zu einem etwa 2m Durchmesser hohen Berg aufhäuft und dann das Innere aushöhlt.



Man stellt einen kleinen Schrein im Inneren auf, den man Suijin-sama widmet - dem Wassergott. Kinder nutzen das kamakura, als Spielhaus, zum Kochen oder um Süßigkeiten zu essen. Das Bauen eines kamakura ist ein Brauch der kalten, schneereichen Gegenden Japans.



Es soll erstaunlich warm in den kamakura sein, sodass man weder Hanschuhe noch Schal noch Wintermantel braucht.

 
Das Kohlebecken im Inneren nennt man hibachi, es ist eine japantypische Methode, um Behausungen zu erwärmen. Man kann es auch nutzen, um mochi oder anderes Essen zu kochen. Kinder dürfen im kamakura auch amazake trinken - ein süßes, leicht alkoholisches Getränk aus fermentiertem Reis.



Das ist der kamidana, der Altar, der dem Wassergott gewidmet ist. Man bietet ihm etwas Sake an - das Omiki.



Zur selben Zeit ist in Yuzawa-shi, auch in Akita das Inukko Fest, das dem Hundegott gewidmet ist, dem Beschützer gegen Diebstahl und andere Unglücke. Die Schreine werden aus Schnee gebaut und die Gaben (Kerzen und Hundefiguren) werden mit der Bitte um Glück dargebracht. Am Tag des Fests verkaufen Shops Kranich- oder Schildkrötenfiguren, die aus Reismehl gemacht sind, genauso wie Inukko (Hundepuppen).


Inukko und Kamakura sind die zwei bekanntesten Winterfestivals Akitas.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Sushi-ya [寿司屋]

Ich liebe Sushi! Selbst wenn es ein wenig klischeehaft ist, so ist Sushi doch mein asolutes Lieblingsessen. Noch vor wenigen Jahren war es etwas besonderes, aber heute zählen die Scheiben von rohem Fisch auf mundgerechten Reisballen in Deutschland zum Alltag.
Auch die Japaner lieben diese Köstlichkeit, die sie erfunden haben.


Reis und Fisch waren in Japan stets ein wichtiger Teil der Ernährung und deswegen entwickelte sich Sushi bereits in der Edozeit - es war eine gute Methode, den frischen Fisch haltbar zu machen. Das Topping [neta - ネタ] wird auf leicht gesäuerten Reis [shari - シャリ] gelegt und dann mit einem leichten Dipp gegessen. Der Reis ist dabei essentiell, denn wenn seine Zubereitung nicht stimmt, ist die ganze Komposition ein wenig schlechter. Viele Sushimeister haben den Anfang ihrer Lehrzeit damit verbracht, den Sushireis verschiedener Restaurants zu probieren, um die Unterschiede festzustellen. Sushimeister in Japan werden anders betrachtet als andere Köche, sie gelten als Künstler. Neta und Shari zu verbinden ist geradezu eine eigene Disziplin und wenn es perfekt gemacht wird, kann man sie mit Stäbchen nicht mehr von einander trennen.

Die meisten Sushi-yas haben  einen halben Vorhang [noren - 暖簾] vor dem Eingang hängen, auf dem der Name des Restaurants steht. Der Laden hat geöffnet, wenn der Vorhang draußen hängt und geschlossen, wenn er reingenommen wurde.



Sushi-yas haben für gewöhnlich einen Tresen, hinter dem der Sushimeister steht und das Sushi frisch vor aller Augen zubereitet. Auf dem Thresen ist eine Art gläserner Kühlschrank angebracht, in dem der Fisch des Tages auslegt, damit man ihn sich vor dem Essen auch noch einmal genau ansehen kann.


Eine Karte gibt es selten, man setzt sich an den Tresen und sagt, was man möchte. Das ist das Schöne an Sushi, man kann bestellen was und wann man will. Wenn man gar keine Ideen hat, dann kann man sich vom Meister eine Empfehlung geben lasen.

Heutzutage sind Fließband-Sushirestaurants [kaitenzushi - 回転寿司] weit verbreitet.


Das Sushi wird in Paaren auf kleine Tellerchen gelegt und dann auf ein Fließband gestellt. So fährt es dann durch das Restaurant und jeder kann sich nehmen, was er möchte. Die Teller haben verschiedene Farben und so weiß man immer genau, was man am Ende zahlen muss.

Sushi-yas können im ganzen Land gefunden werden und fast alle von ihnen bieten auch Lieferservice, den sogenannten demae [出前]. Preis und Qualität von Sushi variieren stark, je nach Restaurant.



Das ist die Karte so eines Lieferservices. Die Preise fangen bei relativ günstig an - 1000 Yen sind ungefähr 10 Euro und ich glaube, das erste Gericht würde bei uns mehr kosten - und schrauben sich schnell zu ziemlichen Summen hoch. Euch fällt bestimmt auf, dass hauptsächlich Nigirisushi angeboten werden, im Gegensatz zu den gerollten Makisushi, die man in Deutschland hauptsächlich findet. Das liegt daran, dass Nigirisushi in Japan die eigentliche Essenz von Sushi darstellen und Maki zum Sättigen gedacht sind. Aber ich werde später noch mal genau auf Sushi an sich eingehen.

Regeln:

Es sind viele Sushiregeln verbreitet und angeblich ist so vieles verpönt im strengen Japan. Ich habe jedoch alle möglichen Varianten bei Japanern gesehen, ohne dass sich irgendwer daran gestört hat. Was in Japan durchaus okay ist:
Vom Sushi abbeißen. Warum auch nicht? Es ist besser, als ersticken, wenn das Stück zu groß ist.
Das Sushi auseinander nehmen. Mit derselben Begründung.
Sushi mit Fingern essen! Das ist absolut okay und man sieht es sehr oft.
Wasabi in die Sojasauce rühren. Ich höre oft, dass das angeblich nicht okay ist, aber das stimmt nicht. Solange man nicht zu viel Wasabi nimmt, ist das absolut in Ordnung. Japaner machen es auch.

Was nicht in Ordnung ist:
Sushi mit Messer und Gabel essen. Nein Leute, wirklich nicht. Man kann es in die Hand nehmen und einfacher geht es doch wirklich nicht.
Sushi in der Sauce ertränken. Sojasauce soll den Geschmack unterstreichen, nicht überdecken!
Reis eindippen. Ich glaube, viele Japaner wissen das auch nicht, beidem ist es ziemlich wichtig. Der Reis saugt sich voll mit Sojasauce und der Geschmack ändert sich, schlimmstenfalls fällt das Stück sogar auseinander. Man dippt nur ein wenig vom Fisch ein. Beim Thema Nigirisushi  werde ich versuchen zu erklären, wie man das Sushistück mit Stäbchen "nehmen" muss, um nur den Fisch einzutunken.

Montag, 11. Februar 2013

Japanische Restaurants [屋]

Restaurants in Japan sind anders, als wir sie kennen. Wenn wir ein Restaurant betreten, bekommen wir eine Speisekarte mit vielen Seiten und noch mehr Gerichten. Wenn wir nicht mindestens aus fünfzehn Fleischgerichten wählen können - Huhn, Schwein, Rind - sind wir unzufrieden...
In Japan ist das anders. Hier spezialisieren sich Restaurants auf eine Sache. Z.B. Ramen (Nudelsuppe, später mehr).



Wenn ihr also in einen Ramenshop geht, dann bekommt ihr dort Nudelsuppe - mit verschiedenen Brühen zwar und ihr könnt das Topping wählen, aber es wird immer Nudelsuppe sein. Vielleicht bekommt man noch einen kleinen Snack dazu wie Teigtaschen oder einen Salat. Der Hauptdarsteller ist und bleibt trotzdem die Nudelsuppe.


Das ist in sofern praktisch, als dass in einer Straße viiiiiiele verschiedene Restaurants stehen können, ohne dass sie sich die Kundschaft streitig machen. Vielleicht könnte man das mit den multikulti Restaurants in Deutschland vergleichen - ein Italiener neben einem Chinesen neben einem Japaner neben einem Griechen usw.
Nur dass in Japan fast alles Japanisch ist! Also dort steht dann der Ramenshop neben dem Sushiladen neben dem Okonomiyakiladen neben dem Yakitoriladen usw. Denn Restaurants wir Franzosen oder Italiener sind für gewöhnlich gehoben und ein wenig teurer. Sozusagen etwas Besonderes.
Falls sie nebeneinander stehen... wie ihr sicher wisst, ist Platz in vielen japanischen Städten Mangelware. Deswegen werden die Restaurant übereinander in die Wolkenkratzer integriert. Draußen am Haus hängen dann viele Schilder, die einem sagen, was in welchen Stock zu finden ist. Wenn man etwas bestimmtes essen möchte, muss man sich also gut umschauen.


So viel zu essen... Glaubt mir, japanisches Essen ist das beste der Welt. Zumindest ist das meine Meinung. In nächster Zeit werde ich euch mal die verschiedenen japanischen Restaurant vorstellen.